Der Weißdorn - der mittlere Weg

Der Weißdorn - Der mittlere Weg

Nach dem Druidenkalender Baum des Monats vom 13. Mai bis 19. Juni

Aufgrund seiner zarten weißen Blüten ist der Weißdorn auch als „Weißer Dorn“ oder „Baum der Reinheit“ bekannt. Die unverwechselbare Signatur seiner roten Beeren und Dornen symbolisiert das blutende Herz – und damit, im weiteren Sinne, alle Belange unseres Gefühlslebens. Er ist ein Baum, der beruhigend wirkt und den Blutdruck reguliert; er lädt uns ein, uns wieder in unserer Mitte zu sammeln und unser Gleichgewicht zu finden.

Beschreibung

Als unauffälliger, dorniger Baum mit teils knorrigen Ästen erreicht der Weißdorn niemals eine massive Größe. In seiner Wuchsform äußerst anpassungsfähig, kann er als Strauch, kleiner Baum oder als schützende Hecke in Erscheinung treten. Typischerweise ist er in Heckenreihen, an Feldrändern sowie an den Säumen von Wäldern und Gehölzen anzutreffen.

Die Blätter, die an dornigen Zweigen sitzen, sind klein, wechselständig angeordnet und tief in fünf oder sieben Lappen eingeschnitten. Die Blüten – weiß mit einem rosa Stempel – besitzen fünf Kronblätter und verströmen einen unverwechselbaren Duft, der an Bittermandeln erinnert. Die Rinde ist strukturiert, rau, rissig und von grauer Farbe. Das Holz selbst ist hart und rötlich. Seine Früchte sind als *Hage* bekannt.

Dabei handelt es sich um kleine, runde, rote Beeren, die an ihrer Unterseite jeweils ein sternförmiges Muster aufweisen. Vögel verzehren sie in großen Mengen.

In der keltischen Tradition

Für die Kelten war der Weißdorn ein heiliger Baum, dem man die Kraft zuschrieb, Blitzeinschläge abzuwehren. Seine vorrangige Tugend ist der Schutz. Tatsächlich schlägt der Blitz nur selten in einen Weißdornstrauch ein, und viele Vögel wählen ihn als Nistplatz für ihre Nester.

Dank ihrer Dorne bieten die Weißdornsträucher den Vögeln nämlich einen wirksamen Schutz vor Fressfeinden. Auf der Grundlage dieser Beobachtungen betrachteten die Kelten ihn als einen Baum, eine schützende Pflanze, deren Zweige über die Wiegen von Neugeborenen sowie um Türrahmen und Fenster gehängt wurden, um böse Zauber und Krankheiten abzuwehren. Die Menschen warteten bis zur „hellen Hälfte“ des Jahres – beginnend am 1. Mai –, um zu heiraten.

Der Weißdorn, der im Mai blüht, ist ein Symbol für Keuschheit und Reinheit, aber auch für Glück, Wohlstand und eheliche Treue. Er galt als der Baum der Hochzeiten.

In vielen Regionen flocht man einst Weißdornkränze als Opfergaben für die Feen und Engel, die nachts herbeikamen, um um die blühenden Büsche zu tanzen. Der Weißdorn war der heilige Baum des Beltane-Festes (1. Mai); man glaubte, er besitze die Kraft, uns den Eintritt in das magische Reich der Naturgeister zu gewähren.

Glaubensvorstellungen

Weißdorn wurde in der Nähe von Wohnhäusern gepflanzt, da man annahm, seine Nähe helfe bei der Konservierung von Fleisch, verhindere das Sauerwerden von Milch und vertreibe Schlangen.

Holz

In früheren Zeiten wurde das Holz zur Herstellung von Werkzeugstielen und Spazierstöcken verwendet.

Kulinarische Verwendung

Die Beeren werden im Herbst geerntet und können – ebenso wie die Blüten – getrocknet werden. Die Früchte des Weißdorns sind essbar und lassen sich zu Marmeladen und Kompotten verarbeiten; am besten wartet man mit dem Sammeln, bis der erste Frost eingesetzt hat. Das Fruchtfleisch ist in seiner Konsistenz etwas mehlig und im Geschmack mild.

Die Signaturenlehre

Die beiden Farben, die mit dem Weißdorn assoziiert werden, sind Weiß und Rot. Weiß symbolisiert Reinheit, während Rot alles verkörpert, was mit dem Herzen in Verbindung steht.

Durch seine regulierende Wirkung auf der physischen Ebene (insbesondere in Bezug auf Herz und Blutdruck) sowie seinen Einfluss auf unsere Emotionen führt uns der Weißdorn auf den Weg des Herzens – den mittleren Weg – und zurück in unsere Mitte. Er verkörpert eine beruhigende und schützende Energie der Ausrichtung. Da seine Blätter oft dreilappig (aus drei Teilen bestehend) sind, rufen sie die Symbolik der Dreifaltigkeit, des bretonischen Triskels und der druidischen Triaden wach. Die Zahl Drei – verkörpert durch die Blätter des Weißdorns – lädt uns gemeinsam mit den verschiedenen herzbezogenen Symbolen, die dieser Baum repräsentiert, dazu ein, die Dualität zu überwinden und die „dritte Dimension“ zu entdecken: den Weg des Herzens.

Praktische Übung

Der Weißdorn hilft Ihnen dabei, im gegenwärtigen Augenblick zentriert und geerdet zu bleiben; er verkörpert eine Energie der Ausrichtung. Er lädt dich dazu ein, auf deine innere Stimme zu hören – dich nach innen zu wenden –, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Durch all seine vielfältigen Symbole bringt er den Weg des Herzens, den mittleren Weg sowie die Rückkehr zur eigenen Mitte zum Ausdruck.

Der Weißdorn lehrt uns, das bloße „Dafür“ oder „Dagegen“ hinter uns zu lassen; stattdessen ermutigt er uns, uns über das Getümmel zu erheben und die Situation durch die Augen der Liebe zu betrachten. Die Verbindung zu diesem Baum – auf welche Weise auch immer – wird dich bei diesem Vorhaben unterstützen.

Heilwirkung

Erst seit relativ kurzer Zeit werden die bemerkenswerten Heilkräfte des Weißdorns umfassend anerkannt. Er wirkt regulierend auf das Herz und den Blutdruck gleichermaßen. Aufgrund seiner schlaffördernden Eigenschaften trägt er den Beinamen „Schlummertrunk“.

Gegenanzeigen

Es gibt keine bekannten Gegenanzeigen.

Verwendete Pflanzenteile

Rinde, Beeren und Blätter – vor allem jedoch die Blüten –, die im Mai oder Juni, zu Beginn der Blütezeit, geerntet werden sollten.

Innerliche Anwendung

Der Weißdorn wirkt sowohl stärkend als auch beruhigend und hilft dabei, Stress und Schlaflosigkeit zu lindern. Es handelt sich um eine krampflösende, beruhigende und herzstärkende Pflanze. Sie unterstützt die Regulierung des Blutdrucks, hilft bei der Beseitigung von Herzrhythmusstörungen und Tachykardie (beschleunigter Herzschlag) sowie bei der Bekämpfung von Angstzuständen und Schlaflosigkeit.

Empfohlen wird der Weißdorn bei Arteriosklerose, Angina Pectoris, nervösen Störungen, Durchblutungsstörungen, Hypotonie (niedrigem Blutdruck) und Hypertonie (hohem Blutdruck).

Aufgüsse sind zudem wohltuend für ängstliche Kinder, denen es schwerfällt, sich in der Schule zu konzentrieren. Ein Absud aus den Beeren wird als Mittel gegen Durchfall sowie zur Förderung der Ausscheidung von Nierensteinen empfohlen. Die Beeren enthalten zahlreiche Antioxidantien, die das Herzgewebe schützen.

Blütenaufguss

1 Teelöffel pro Tasse kochendes Wasser; drei- bis viermal täglich einnehmen. Die Kur sollte mindestens 3 Monate dauern.

Gemmotherapie

Das Mazerat aus Weißdornknospen ist ein wertvoller Verbündeter für das Herz und die zerebrale Durchblutung. Seine herzstärkenden und blutdruckregulierenden Eigenschaften machen es zu einem der besten natürlichen Heilmittel für das Gefäßsystem; zudem fördert es eine verbesserte Durchblutung des Gehirns und wirkt dem kognitiven Abbau entgegen (wie etwa Gedächtnisverlust, Konzentrationsschwäche oder Alzheimer-Erkrankung).

Äußerliche Anwendung

Warme Bäder mit einem Zusatz aus Weißdorn-Absud wirken beruhigend. Bei trockener, empfindlicher oder regenerationsbedürftiger Haut empfiehlt sich die tägliche Anwendung einer Weißdorn-Lotion.

Blütenessenz

Die Weißdorn-Blütenessenz wird bei Trennungserlebnissen oder Trauerfällen empfohlen – insbesondere für Menschen, denen es schwerfällt, den Schmerz einer Trennung oder den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Für all jene, die in der Sterbebegleitung tätig sind, erweist sich dieses Mittel als unschätzbare Hilfe – als ein wahrer Balsam der Sanftheit. In jeder Lebensphase lindert und tröstet diese Essenz Ihren Herzschmerz, beruhigt Stress und Ängste und hilft Ihnen dabei, Ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden.

Räucherungen und Duftstoffe

Zum Räuchern eignen sich sowohl die getrockneten Blüten als auch das Holz. Traditionell galt das regelmäßige Verglimmen von Weißdorn als schützend für Haus und Familie.

Bildquelle: Pixabay

Buchtipp: Les arbres sacrés des druides

Bild: Privat

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